Sortenportraits

Auf unseren Streuobstwiesen pflanzen wir ausschließlich alte Obstbaumsorten aus unserer eigenen Baumschule. Unsere Hecken bestehen aus Wildobstgehölzen, die wir ebenfalls in Zukunft selbst vermehren.



altes Kulturgut erhalten

Wir erweitern die Porträts unserer Obstsorten fortlaufend und stellen hier die umfangreiche Informationen zur Verfügung. Die Bilder stammen aus der "U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705"

Voller Name: Schöner von Boskoop

Synonyme:
Graue Winterrenette, Reinette de Montfort, Belle de Boskoop, etc.

Herkunft:
Holland, unklar ob es sich um eine Mutante der „Renette von Montfort“ oder eine eigene Sorte handelt. 1856 von dem Pomologen Ottolander in Boskoop gefunden. Ab 1863 in Deutschland verbreitet;

FRUCHT:

Typisches Merkmal:
Schale trocken bis rauh, grünlichgelb

Schale:
Deckfarbe unterschiedlich orange, sonnenseits rot marmoriert, bei „Roter Boskoop“ rot bis dunkelrot, braunrot, flächig die Frucht überziehend; Berostung schuppig, feiner oder gröber, netzartige Figuren

Fleisch:
gelbweißlich, mittelfest, grobzellig, saftig

Geschmack:
erfrischend säuerlich, genügend süß, mit kräftigem Aroma

Duft: gering

Ernte:
Pflückreife ab November, Genussreife Januar bis April

Lager:
im Normallager bis März, im Kühllager bis April nicht unter +4 Grad Celsius, nicht geeignet für CO²-Lagerung

Verwertung:
Tafel-, Back-, guter Kochapfel, nicht für Diabetiker geeignet

BAUM: 

Frosthärte: gering

Windfestigkeit: ziemlich gut

Ertrag:
Auf Hochstamm sehr spät einsetzend. Jährlich wechselnd zwischen hohen Erträgen und Ernteausfall, ausgeprägte Alternanz (weniger auf schwachwachsender Unterlage)

Standort:
breit anbaufähig bis in mittlere Höhenlagen auf nährstoffreichen, feuchten Böden, nicht für trockene Böden

Synonyme:
Geheimrat Oldenburg, Oldenburg

Herkunft:
1897 in Geisenheim am Rhein gezüchtet, Eltern: Kreuzung aus Minister von Hammerstein x Baumanns Renette

FRUCHT:

Typisches Merkmal:
Hochgebaut erscheinende Frucht mit typisch marmorierter, schnell fettiger Schale

Schale:
glatt, Grundfarbe gelbgrün, Deckfarbe hell- bis dunkelrot, marmoriert und schwach gestreift

Fleisch:
weißlich gelb, feinzellig, mittelhart

Geschmack:
meist erfrischend säuerlichsüß, mild, ohne besonderes Aroma

Duft: schwach

Ernte:
Pflückreife Mitte bis Ende Oktober, Genussreife Oktober bis Dezember

Lager: bis Dezember

Verwertung: Tafelapfel, Kochapfel

BAUM: 

Frosthärte: genügend

Windfestigkeit: gering

Ertrag:
Der Ertrag setzt früh ein. Die Sorte trägt oft schon am einjährigen Holz. Bei sehr hohem Ertrag sind die Früchte meist klein und schmecken fade. Durch Ertragssicherheit und -höhe hat sich die Sorte bewährt.

Standort: warme Lage, sehr gute feuchte Böden

Synonyme:
Großer Richard, Grand Richard

Herkunft:
Mecklenburg; es hat wohl zwei ähnliche Sorten gegeben, die zuerst 1788 von Hirschfeld beschriebene Sorte „Grand Richard“ (mit deutlicher Deckfarbe) wird verloren gegangen sein; „Gelber Richard“ ist aber Anfang 1800 bereits bekannt gewesen.

FRUCHT:

Typisches Merkmal:
große Frucht mit glatter weißlich-zitronengelber Schale

Schale:
Glatt, fein, geschmeidig, blass zitronengelb

Fleisch:
fast weiß, fein zart, sehr saftig

Geschmack:
angenehm weinsäuerlichsüß, leicht würzig

Duft:
gering, schwach rosenartig

Ernte:
Pflückreife ab Oktober, Genussreife ab Dezember bis Januar

Lager: gute Lagerfähigkeit

Verwertung: guter Tafelapfel

BAUM: 

Frosthärte: gut

Windfestigkeit: ungenügend

Ertrag:
mittel, kaum genügend, trägt jährlich, aber selten reich

Standort:
Boden gut, warm, feucht, Klima und Lage: luftfeucht und geschützt

Synonyme:
Gellert, Beurré Hardy, Hardys Butterbirne, Rebenbirne

Herkunft:
Lyon (Frankreich), um 1820 gezogen und 1838 (Gellert) bzw. 1848 (Hardy) benannt. Sie soll nach dem Pomologen Oberdieck, der sie 1838 erhielt, aus Kernsaaten von van Mons stammen, von dem er und der französische Pomologe Leroy in Anger unbekannte Edelreiser erhielten. Oberdieck beschrieb sie später als Gellerts Butterbirne und Leroy als „Beurre Hardy“, wie sie heute noch in Frankreich heißt. Die Benennung im deutschen Sprachraum erfolgte nach dem Dichter Christian Fürchtegott Gellert.

FRUCHT:

Typisches Merkmal:
raue Frucht (zimtbraune Berostung)

Schale:
Rauh, Grundfarbe gelblichgrün, später ockergelb, zimtbraune Berostung. Deckfarbe fehlend.

Fleisch:
gelblichweiß, mittelfest, schmelzend, sehr saftig

Geschmack:
harmonisch süßsäuerlich, mittelstark gewürzt, das Aroma erinnert den Kenner an Rosenduft

Ernte:
Pflückreife ab Mitte September, Genussreife September bis Oktober

Lager:
im Normallager 3-4 Wochen, Freilager bevorzugen, für Kühllager bei ± 0 Grad 3-5 Monate

Verwertung:
Tafelbirne zum Frischverzehr, industrielle und häusliche Naßkonserve, Dörrfrucht, Saft

BAUM: 

Frosthärte:
gegen Blüten- und Winterfrost gut

Windfestigkeit: gering

Ertrag:
sehr spät auf Sämling ab 10., 12. Standjahr, dann meist reich, jedes zweite Jahr tragend

Standort:
breit anbaufähig von der Küste bis in Höhenlagen, windgeschützte wegen Fruchtfall bevorzugen, für alle Böden geeignet

Synonyme: Jaques Lebel

Herkunft:
Um 1825 von JAQUES LEBEL in Amiens/Nordfrankreich gezogen und von der Baumschule Leroy 1849 in den Handel gebracht

FRUCHT:

Typisches Merkmal:
Flache breitgedrückt wirkende Frucht, meist sehr kurzer knopfiger Stiel

Schale:
Grundfarbe zunächst gelbgrün, später gelb bis hellorange, sonnenseits rot gestreift bis geflammt. Schale fettig.

Fleisch:
Gelblichweiß, sehr saftig, feinzellig, weich

Geschmack:
angenehm säuerlich, kaum würzig

Duft: kaum

Ernte:
Pflückreife ab Mitte September, Genussreife ab Oktober bis Januar

Lager:
im Kühllager längere Zeit bei 0 Grad Celsius 

Verwertung:
sehr guter Eß-, guter Most-, Back- und Kochapfel

BAUM: 

Frosthärte: genügend bis gut

Windfestigkeit: gering

Ertrag:
früh, gut und regelmäßig

Standort:
Boden: noch gering, feucht, Lage: auch rauh und Höhen, geschützt